Verlag Elisabeth Lafite BSIN04418427 1970, Deutsch, HC, 64 S. mit zahlr. Abb., Format: 21,7 x 17,5 x 1,0 cm
Bibliotheksexemplar mit Plastikeinband, guter Zustand, etwas berieben, kleiner Bibliotheksstempel am Vorsatzblatt und an wenigen weiteren Stellen

Roschitz, Karlheinz - Karl Schiske – Eine Studie (Aus der Serie: Österr. Komponisten des XX. Jahrhunderts - Band 16)

Composer: Karl Schiske

Karl Schiske, der im Sommer 1969 53jährig verstorbene, mit zahlreichen Preisen bedachte österreichische Komponist, zählte zu den profiliertesten Erscheinungen des österreichischen Musiklebens, das ihm und seinem eigenwilligen Schaffen immer wieder bemerkenswerte Akzente zu danken hatte. Unter den rund fünfzig Werken, die er hinterlassen hat, gebührte vor allem seinem Oratorium "Vom Tode", der 5. Symphonie, dem Divertimento und der "Synthese" ein ständiger Platz in den großen Konzertsälen. Ab 1952 Professor für Kompositionslehre an der Wiener Musikakademie, hat er auch dort "im Sinne positiver individueller Entscheidung" gewirkt, eine ganze Generation junger Komponisten - darunter Günter Kahowez, Otto Zykan, Erich Urbanner - dazu erzogen, gegenüber neuen musikalischen Techniken und Phänomenen aufgeschlossen und zugleich kritisch Stellung zu nehmen, nach logischen Gesichtspunkten ein Selektionsprinzip anzuwenden, das wie bei Schiske selber von der Weite des Horizonts und der Phantasie sowie vom Streben nach Klarheit und rationaler Strenge bestimmt wurde-Er hat diesen Prinzipien in den dichten Bezugssystemen seiner thematischen Arbeit, vor allem in seiner systematisch entwickelten Synthesetechnik, bis zuletzt gehuldigt. Diese war ein Spiegelbild seines geradezu frommen Glaubens an "eine Einheit der Welt", an das Zusammenwirken aller Phänomene in allen Erscheinungsformen, das er in seinem Prinzip der permanenten Variation am deutlichsten wiederzugeben meinte. Sein Grundsatz "Nicht stehenbleiben, nichts wiederholen!" hat dieses Prinzip der Zusammenhänge angedeutet.

Der Verfasser, Karlheinz Roschitz, studierte Philosophie an der Wiener Universität, ist Musikkritiker einer Wiener Tageszeitung und Autor zahlreicher Essays, vor allem über neue Formen musikalischer Notation, sowie von Musikfeuilletons und Rundfunksendereihen.
Price: 8,90 EUR